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Fachkräftemangel im Handwerk: 7 Wege, wie Betriebe trotzdem Gesellen finden

Die Auftragsbücher sind voll, aber es fehlen die Leute, um sie abzuarbeiten. So geht es vielen Handwerksbetrieben. Die gute Nachricht: Gesellen gibt es. Sie werden nur oft nicht erreicht oder nicht gehalten.

Von Sebastian Grins, gelernter SHK-Handwerker und Mitgründer von LS Momentum · 10. Oktober 2026

Der Teufelskreis der Unterbesetzung

Der Fachkräftemangel im Handwerk ist kein abstraktes Thema aus den Nachrichten. Er zeigt sich im Alltag: Aufträge werden verschoben, Überstunden werden zur Regel, und die Mitarbeiter, die noch da sind, tragen die ganze Last.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bevor ich LS Momentum gegründet habe, war ich selbst als SHK-Handwerker auf der Baustelle.

„Wir waren eigentlich dauerhaft unterbesetzt. Der Stress hat sich auf alle ausgewirkt, und irgendwann hat auch die Stimmung im Team gelitten.“

Genau hier beginnt der Teufelskreis: Zu wenig Leute bedeuten mehr Druck. Mehr Druck bedeutet schlechtere Stimmung. Und schlechte Stimmung sorgt dafür, dass noch mehr Leute gehen. Wer da raus will, muss an zwei Stellen ansetzen: neue Gesellen gewinnen und die guten Leute halten. Die folgenden sieben Wege helfen bei beidem.

1. Nicht nur auf Mundpropaganda verlassen

In vielen Betrieben läuft die Mitarbeitersuche so: Man hört sich um, fragt die eigenen Leute und hofft, dass sich jemand meldet. So war es auch in meinem früheren Betrieb.

„Gesucht wurde hauptsächlich über Mundpropaganda. Und dann hat man sich gewundert, warum keine Mitarbeiter auf das Unternehmen aufmerksam werden.“

Mundpropaganda ist wertvoll, aber sie erreicht nur einen sehr kleinen Kreis. Wer mehr Bewerbungen will, muss aktiv sichtbar werden: Ein Geselle aus dem Nachbarort muss überhaupt erst einmal erfahren, dass Ihr Betrieb sucht und warum es sich lohnt, bei Ihnen zu arbeiten.

2. Gesellen dort ansprechen, wo sie wirklich sind

Die meisten guten Gesellen sind fest angestellt. Sie schauen nicht auf Jobbörsen und lesen keine Stellenanzeigen in der Zeitung. Wechselbereit wären viele trotzdem, wenn das Angebot stimmt.

Erreichbar sind diese Fachkräfte dort, wo sie jeden Tag unterwegs sind: auf Facebook und Instagram, in der Mittagspause oder nach Feierabend auf dem Handy. Mit gezielten Anzeigen können Sie Ihr Stellenangebot genau den Handwerkern in Ihrem Umkreis zeigen, die zu Ihrer Stelle passen. Auch denen, die gerade gar nicht aktiv suchen. Wie das konkret funktioniert, erklären wir auf unserer Seite zur Mitarbeitergewinnung im Handwerk.

3. Konkrete Vorteile nennen statt Floskeln

„Junges, dynamisches Team“ und „leistungsgerechte Bezahlung“ stehen in fast jeder Anzeige. Einen Gesellen überzeugt das nicht. Was wirklich zählt, ist konkret und alltagsnah. Als ich selbst noch angestellt war, waren mir vor allem diese Dinge wichtig:

  • Gute Organisation im Betrieb: Material ist da, wenn man es braucht, und die Tagesplanung steht.
  • Firmenwagen für den Heimweg: spart Geld und Zeit und ist für viele ein echtes Argument.
  • Moderne Arbeitsgeräte: Gutes Werkzeug macht die Arbeit leichter und zeigt, dass der Betrieb investiert.
  • Gute Arbeitskleidung: klingt nach einer Kleinigkeit, wird aber jeden Tag getragen.

Schreiben Sie genau solche Punkte in Ihre Anzeige. Wenn Sie etwas bieten, sagen Sie es. Ein Handwerker will auf einen Blick sehen, was er bei Ihnen besser hat als bei seinem jetzigen Arbeitgeber.

4. Die Bewerbung so einfach wie möglich machen

Ein Geselle, der nach einem langen Tag auf der Baustelle auf dem Sofa sitzt, wird kein Anschreiben formulieren und keinen Lebenslauf als PDF hochladen. Jede Hürde kostet Bewerbungen.

Besser ist eine Kurzbewerbung: ein paar Fragen zum Antippen, Name und Telefonnummer, fertig. Das dauert weniger als eine Minute und funktioniert auf dem Handy. Alles Weitere klären Sie im persönlichen Gespräch.

5. Schnell zurückrufen

Wenn eine Bewerbung reinkommt, zählt jede Stunde. Gute Fachkräfte haben oft mehrere Möglichkeiten. Wer drei Tage wartet, bis er sich meldet, hat den Bewerber häufig schon verloren. Rufen Sie am besten noch am selben Tag an. Ein kurzes, freundliches Telefonat zeigt sofort, wie in Ihrem Betrieb mit Menschen umgegangen wird.

6. Wertschätzung zeigen, nicht nur beim Gehalt

Neue Leute zu finden ist nur die halbe Miete. Mindestens genauso wichtig ist es, die guten Leute zu halten. Und hier kommt etwas, das viele Betriebsinhaber unterschätzen:

„Die meisten Kollegen sind nicht wegen des Geldes gegangen, sondern wegen fehlender Wertschätzung.“

Wertschätzung heißt nicht, ständig Lob zu verteilen. Es heißt: zuhören, ernst nehmen und fair sein. Abschreckend wirken oft gerade die Dinge, die man nicht bekommt. Wenn zum Beispiel überall über einen Inflationsausgleich gesprochen wird und im eigenen Betrieb kommt nicht einmal ein Gespräch darüber zustande, merkt sich das jeder Mitarbeiter. Nicht jeder Wunsch lässt sich erfüllen. Aber wer erklärt, warum etwas nicht geht, und zeigt, was stattdessen möglich ist, hält seine Leute deutlich länger.

7. Das Team schützen und Probleme nicht dulden

Ein Punkt, über den selten gesprochen wird: Wer schwache Leistung oder schlechtes Verhalten dauerhaft duldet, verliert am Ende seine besten Mitarbeiter.

„Wenn schlechte Mitarbeiter geduldet wurden, hat das die guten abgeschreckt.“

Gute Gesellen wollen mit Leuten arbeiten, auf die sie sich verlassen können. Müssen sie ständig die Fehler anderer ausbügeln, ohne dass sich etwas ändert, sinkt die Motivation. Klare Erwartungen, ehrliches Feedback und, wenn nötig, auch Konsequenzen sind deshalb kein Widerspruch zu Wertschätzung. Sie sind ein Teil davon. Und ein gutes Team ist am Ende das stärkste Argument für neue Bewerber, denn die reden mit Ihren Leuten.

Fazit: Sichtbar werden und ein Betrieb sein, in dem man bleiben will

Der Fachkräftemangel im Handwerk lässt sich nicht von heute auf morgen lösen. Aber jeder einzelne Betrieb kann viel dafür tun, mehr Bewerbungen zu bekommen und gute Leute zu halten:

  • aktiv sichtbar werden statt nur auf Mundpropaganda zu hoffen,
  • Gesellen dort ansprechen, wo sie wirklich unterwegs sind,
  • konkrete Vorteile nennen und die Bewerbung einfach machen,
  • schnell reagieren,
  • und intern für Wertschätzung und ein starkes Team sorgen.

Wenn Sie sich bei den Punkten 1 bis 5 Unterstützung wünschen, ist genau das unsere Arbeit. Auf Wunsch arbeiten wir dabei auch erfolgsbasiert: Sie zahlen erst, wenn tatsächlich eingestellt wurde.

Häufige Fragen

Warum finden Handwerksbetriebe keine Gesellen?

Die meisten guten Gesellen sind fest angestellt und suchen nicht aktiv. Betriebe, die nur auf Mundpropaganda oder klassische Stellenanzeigen setzen, werden von diesen Fachkräften schlicht nicht wahrgenommen. Dazu kommen komplizierte Bewerbungswege und Angebote, die nicht klar sagen, was der Betrieb bietet.

Was ist Gesellen bei einem Arbeitgeber wichtig?

Neben einem fairen Gehalt zählen vor allem gute Organisation, moderne Arbeitsgeräte, ordentliche Arbeitskleidung, ein Firmenwagen für den Heimweg und echte Wertschätzung im Alltag. Viele Mitarbeiter gehen nicht wegen des Geldes, sondern weil sie sich nicht gesehen fühlen.

Wie schnell sollte man auf eine Bewerbung reagieren?

So schnell wie möglich, am besten noch am selben Tag. Wer eine Fachkraft tagelang warten lässt, verliert sie oft an einen anderen Betrieb.

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Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Situation an und sagen Ihnen ehrlich, wie Sie in Ihrer Region an passende Gesellen kommen.

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